
Geografie
Mallorca liegt östlich des spanischen Festlands zwischen 39°15′40″ und 39°57′40″ nördlicher Breite und 2°19′38″ und 3°28′42″ östlicher Länge. Die Insel hat eine maximale Ost-West-Ausdehnung von 98 Kilometern und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 78 Kilometern. Sie ist 3.603,7155 km², einschließlich kleinerer vorgelagerter Inseln 3.620,4249 km² groß.[1] Mallorca verfügt dabei über eine Küstenlinie von über 550 Kilometern Länge. Zum Verwaltungsgebiet von Mallorca gehören neben der Hauptinsel der Cabrera-Archipel (18,36 km²) und die Insel Sa Dragonera (2,88 km²).
Räumliche Einteilung in comarques
Mallorca wird in sechs Landschaftszonen (katalanisch comarques, Einzahl: comarca) untergliedert.
Serra de Tramuntana
An erster Stelle ist die Serra de Tramuntana zu nennen, ein bis zu 15 Kilometer breiter Gebirgszug mit 10 Gipfeln über 1000 Meter Höhe, der parallel zur Nordwestküste verläuft. Die Berge erstrecken sich auf über 90 Kilometer Länge von der Insel Sa Dragonera im Südwesten bis zum Cap Formentor im Norden. Der höchste Punkt etwa in der Mitte der Gebirgskette ist mit 1445 Metern der Puig Major. Am Nordwestabhang des Gebirges befinden sich steile und felsige Küstengebiete mit nur kleinen Buchten und steinigen Stränden. In der einzigen größeren Bucht entstand der Schutzhafen Port de Sóller.
Die Serra de Tramuntana ist nach den kalten Nord- und Westwinden Tramuntana benannt. Ihre Gebirgszüge bilden klimatisch eine Wetterscheide zu den niedrigeren Teilen der Insel, die damit in den Genuss milderer Winter, aber auch allgemein regenärmerer Tage kommt. In den Bergen sorgt der Steigungsregen für häufigere und stärkere Niederschläge als in den anderen Inselregionen.
An den Seitenhängen der Berge mit ihren Sturzbächen, den Torrents, haben sich fruchtbare Täler gebildet, auf deren Schuttkegeln in der Umgebung von Sóller Apfelsinen- und Zitronenbäume wachsen. Auf terrassierten Hängen werden Tomaten, Bohnen und Weintrauben angebaut (Estellencs, Banyalbufar, Deià, Valldemossa). Die Region der Serra de Tramuntana ist sehr unterschiedlich dünn besiedelt. Insgesamt beträgt die Einwohnerzahl 104.904 (Stand: 2007), wobei die größten Gemeinden Calvià und Pollença am Süd- bzw. Nordende des Gebirges liegen.
Raiguer
An die Serra de Tramuntana angrenzend liegt am Südostabhang der Gebirgskette zwischen der Halbinsel La Victoria und der städtischen Region der Hauptstadt Palma die Region Es Raiguer. Sie ist eine Übergangszone vom Gebirge zur Ebene Es Plà in der Mitte Mallorcas. Hier gibt es reichlich Wasser, aber wenig flaches, kultivierbares Gelände.
Die Region des Raiguer und im Besonderen die Stadt Inca sind als Zentrum des Schuh- und Lederhandwerks auf Mallorca bekannt. In der Region leben 123.046 Bewohner (Stand: 2007) und sie hat mit Inca auch eine Art Zentrum, wenngleich die Gemeinde Marratxi als Vorort von Palma etwas mehr Einwohner zählt. Drittgrößte Gemeinde ist die Stadt Alcúdia an der nach ihr benannten Bucht an der Nordküste.

Plá de Mallorca
Puig de Randa, Algaida
Im zentralen Teil Mallorcas befindet sich die Ebene Plà de Mallorca oder Es Plà, die nur von kleineren Höhenzügen unterbrochen wird. Höchster Punkt ist an der Grenze zum Migjorn der 542 Meter hohe Tafelberg Puig de Randa.
Aus der Region Es Plà kommen die meisten landwirtschaftlichen Produkte der Insel für den täglichen Bedarf wie Kartoffeln, Reis, Mais und Gemüse. Zudem wird Wein angebaut und es gibt eine Vielzahl von Mandelbaumplantagen. Mit ihren ausgedehnten Feldern wird Es Plà auch als Kornkammer Mallorcas bezeichnet. Im Schutz der Berge des Nordwesten vor den winterlichen Nordwinden sind bis zu vier Ernten im Jahr möglich. Allerdings ist das Inselinnere im Sommer auch die heißeste Gegend Mallorcas.
Im Plà de Mallorca leben mit 51.636 Menschen (Stand: 2007) die wenigsten Einwohner der sechs Comarques Mallorcas. Es gibt auch keinen zentralen Ort der Region. Am bevölkerungsreichsten ist mittlerweile der Touristenort Can Picafort an der Bucht von Alcúdia in der Gemeinde Santa Margalida. An der Bucht im Norden Mallorcas gibt es kilometerlange Sandstrände, das Hauptziel der meisten Urlauber. Der Tourismus gewinnt auch im Es Plà gegenüber der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Im Inneren Mallorcas wird dabei vermehrt auf den Agrotourismus gesetzt, Urlaub auf dem Lande im Schatten der vielen Windmühlen.

Llevant
Coves d’Artà, Capdepera
Llevant (deutsch: Osten) bezeichnet die östliche und nordöstliche Landschaftsregion Mallorcas. Sie wird durchzogen von den Serres de Llevant, einem Gebirgszug wesentlich niedriger als die Serra de Tramuntana im Westen. Hier gibt es nur drei Gipfel über 500 Meter Höhe. Der höchste ist mit 561 Meter der Puig Morei (auch Puig d'en Morell oder Talaia Freda) im Massiv von Artà (Massis d'Artà). Die Serres de Llevant ziehen sich von Süd nach Nord, steigen dabei etwas an und erweitern sich im Norden auf die gesamte Halbinsel von Artà.
Das Gebirge im Osten ist weniger geschlossen als die Serra de Tramuntana. Bei Manacor gibt es
eine Art Durchlass von der Ebene des Inselinneren zur Ostküste. Dort reihen sich wie an einer Perlenkette viele kleine Naturhäfen und Sandstrände an der sonst felsigen Küste aneinander. An der Küste befinden sich auch die drei Naturhöhlen Coves del Drac, Coves dels Hams und Coves d’Artà. Die weitesten Strände bieten Cala Millor an der Badia de Son Servera, Sa Coma an der Cala Moreia und Cala Rajada mit der Cala Agulla, alles heute Touristen-Hochburgen. Ruhig geht es hingegen auf der Nordwestseite des Gebirgszuges bei Colònia de Sant Pere und dessen Naturstrand S’Arenal de sa Canova sowie den naturgeschützten Buchten der Nordostküste zu.
Hauptort des Llevant ist Manacor. Hier leben mit 37.963 Menschen (Stand: 2007) mehr als die Hälfte der 75.137 Einwohner der Region. Trotzdem ist die Stadt Manacor, in der 67 % der Bewohner der Gemeinde ansässig sind, wirtschaftlich mehr mit dem Landesinneren verbunden. Sie ist ein Zentrum der Kunstperlen- (Mallorquinische Imitationsperlen) und Möbelindustrie. Die Orte der Küste von Cala Rajada bis Cales de Mallorca haben sich hingegen dem Tourismus verschrieben, während die Gemeindesitze abseits des Meeres in Beschaulichkeit mit davon profitieren.
Migjorn
Cap de ses Salines (Südkap)
Migjorn ist im Grunde die südliche Fortsetzung der Ebene Plà de Mallorca. Trotz des eher flachen Charakters der Region besitzt die südlichste Landschaft Mallorcas auch eine Erhebung über 500 Meter Meereshöhe. Auf dem 509 Meter hohen Puig Sant Salvador in der Gemeinde Felanitx befindet sich das Kloster Santuari de Sant Salvador. Der Berg ist die höchste Erhebung im südlichen Bereich der Serra de Llevant.
Mit der Stadt Campos besitzt Migjorn ein Zentrum eher ländlichen Charakters. Die Landwirtschaft spielt hier auch heute noch eine große Rolle. Eine Besonderheit sind die rund um den Ort kultivierten Kapernsträucher. Einen Gegensatz dazu bildet der ehemalige Hafen von Campos, Colònia de Sant Jordi: Neben dem sechs Kilometer langen Strand von Es Trenc wurde hier ein Touristenzentrum mit über 3000 Fremdenbetten errichtet. Dass dem wilden Bauen inzwischen Einhalt geboten wurde, bezeugen die Bauruinen an der anderen Seite von Es Trenc in der Siedlung ses Covetes. Ein Gericht verfügte den Abriss der hier neben dem Strand ohne Genehmigung errichteten, halb fertiggestellten Häuser.
Die Küstenlinie des Migjorn reicht von s'Arenal im Westen, das zur Gemeinde Llucmajor gehört, bis nach Portocolom in der Gemeinde Felanitx. Jede Gemeinde der 75.899 Einwohner zählenden Region (Stand: 2007) hat Anteil an der Küste. An dieser wechseln sich flache felsige Abschnitte mit sandigen Buchten ab. Einige Küstenabschnitte, vor allem am Südkap, dem Cap de ses Salines, sind schwer erreichbar. Private Landbesitzer haben hier die Durchfahrt für Fahrzeuge, auch aus Naturschutzgründen, gesperrt.
Palma (Ciutat de Mallorca)
Im Südwesten Mallorcas öffnet sich die große Bucht von Palma, an der die alte Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Mallorca und das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Zentrum der Autonomen Region der Balearen liegt. Palma ist eine römische Gründung aus der Zeit der Inbesitznahme der Insel durch das Römische Reich im Jahre 123 v. Chr. Heute leben in der Stadt 383.107 Menschen (Stand: 2007), das sind fast die Hälfte (47,4 %) der Einwohner Mallorcas. Noch vor einhundert Jahren waren es nur 67.544 Bewohner (Jahr 1910).
Da die Region Palma nur das Stadt- bzw. Gemeindegebiet umfasst, ist sie die flächenmäßig kleinste der Insel, hat aber die höchste Bevölkerungsdichte. Sie grenzt im Westen an die Region Serra de Tramuntana, im Norden an Raiguer, im Nordosten an Plà de Mallorca und im Südosten an Migjorn.
Südlich Mallorcas liegt der Felsinsel-Archipel um Cabrera, heute ein Meer- und Land-Nationalpark, und im Südwesten die Insel Sa Dragonera, die ebenfalls vom Inselrat Mallorcas zu einem Naturschutzgebiet erklärt wurde. Cabrera ist im weiteren Sinne eine südliche Fortsetzung des Migjorn, wird aber durch die Hauptstadt Palma verwaltet. Sa Dragonera bildet den südwestlichsten Ausläufer der Serra de Tramuntana.
Klima
Mallorca besitzt ein gemäßigtes subtropisches Klima mit durchschnittlich 7,9 Sonnenstunden am Tag und durchschnittlichen Niederschlagsmengen (1400 Millimeter im Norden, 400 Millimeter im Süden).
Die kurzen Winter sind bedingt durch die Insellage mild und feucht. In seltenen Fällen kann es allerdings auch zu Schneefällen, vornehmlich in den Bergen, kommen. In den Sommermonaten hingegen regnet es kaum. Die Temperaturen im Inselinneren können dann bis über 40 °C steigen.
Ab Ende August sind kurze starke Regenfälle begleitet durch Sturm und Gewitter möglich, wodurch der Oktober statistisch der niederschlagsreichste Monat des Jahres ist. Das kann bis zu örtlichen Überschwemmungen führen, wenn die Torrents die Wassermengen nicht mehr aufnehmen und ins Meer ableiten können.
Ende Dezember bis in den Januar sind windstille, milde Wetterlagen, die sogenannten calmes, häufig. Die kleinen Sommer führen schon im Januar zur Mandelblüte, was der Insel im Gegensatz zur ausgetrockneten Landschaft im Sommer ein völlig anderes Aussehen gibt.
Flora und Fauna

Wildziegen bei Cala es Matzoc
Mallorca-Geburtshelferkröte
Mallorca besitzt eine reiche Flora aus über 1500 Arten. Die Fauna ist weniger artenreich und umfasst nur wenige Säugetier-, jedoch sehr viele Vogel-Arten. Die einzigen wildlebenden größeren Säugetiere sind verwilderte Hausziegen in den Bergen der Serra de Tramuntana und den Serres de Llevant. Bemerkenswert sind der endemische Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Purpur- und Seidenreiher, Zwergrohrdommel, Mönchsgeier sowie der Rosa-Flamingo. Darüber hinaus gibt es Reptilien und Amphibien, darunter die erst 1979 wiederentdeckte, endemische Mallorca-Geburtshelferkröte.
Naturschutzgebiete
- Land- und Meeresnationalpark
Parc nacional maritim-terrestre de l’Arxipèlag de Cabrera
- Naturreservate
Parc natural de sa Dragonera
Reserva natural especial de s’Albufereta
- Naturdenkmale
Monument natural de ses Fonts Ufanes (Fläche: 50,2 ha)
Monument natural dels torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc (Fläche: 445,81 ha)
Im März 2007 erklärte die Regierung der Balearen in einem Raumordnungsplan der natürlichen Ressourcen (PORN) weitere fast 62.000 Hektar der Serra de Tramuntana zum Paraje Natural. Die Bezeichnung ist jedoch international nicht anerkannt, was Naturschutzorganisationen monierten. Kritisiert wurde auch, dass die Gemeinden Antratx und Calvià komplett von den Schutzauflagen ausgenommen wurden. Das Projekt unterteilt die Serra de Tramuntana in Zonen mit unterschiedlich strengen Schutzvorschriften.
Geschützte Gebiete nach dem Naturraumgesetz
Frühlingsfelder auf Mallorca
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Mallorca im Hochsommer
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Mallorca im Herbst
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Winter an der Cala Fornells
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Das Naturraumgesetz (ANEI / ARIP) bestimmt Maßnahmen zum Schutz des Bodens vor Verbauung.
Area Natural Barrancs de Son Gual i Xorrigo
Area Natural Serra de Tramuntana
Area Natural Bonany
Area Natural Cala Mesquida – Cala Agulla
Area Natural Cales de Manacor
Area Natural Sa Canova
Area Natural Cap de Ses Salines
Area Natural Cap Andritxol
Area Natural Cap des Llamp
Area Natural Cap de Cala Figuera – Refeubeig
Area Natural Cap Enderrocat
Area Natural Es Carnatge des Coll d’en Rabassa
Area Natural Puig de sa Consolació
Area Natural Cap Vermell
Area Natural Sa Dragonera
Area Natural S’Albufereta
Area Natural Es Fangar
Area Natural Dunes de Son Real
Area Natural Garriga de Son Caulelles
Area Natural S’Heretat
Area Natural Massís de Randa
Area Natural Marina de Llucmajor
Area Natural Muntanyes d’Artà
Area Natural Platja de Mitjorn de Tramuntana
Area Natural Puig de Sant Martí
Area Natural Puíg de María
Area Natural Puig de Sant Miquel
Area Natural Puig de Ses Donardes
Area Natural Puig de Son Seguí
Area Natural Punta de n’Amer
Area Natural Puig Segué
Area Natural Sa Punta Manresa
Area Natural Sa Punta de Capdepera
Area Natural Punta Prima
Area Natural Es Saluet
Area Natural Sant Salvador-Santuery
Area Natural Santa Magdalena
Area Natural Serra de Son Fe
Area Natural Torrent de Canyamel
Area Natural Son Nofre
Area Natural Torrent de Na Borges
Area Natural Es Trenc – Salobrar de Campos
Area Natural La Victòria
Geologie
Serra de Tramuntana
Mallorca gehört wie die anderen Baleareninseln als Verlängerung der Betischen Kordillere geologisch zum Andalusischen Faltengebirge. Dieses alpidisch entstandene Massiv besteht aus Gesteinsmaterialien, die während des Erdmittelalters als Sedimente im Tethys-Meer abgelagert wurden. Wegen dieser marinen Entstehung ist das Gestein kalkreich und enthält viele Fossilien. Ursächlich für die Auffaltung der Betischen Kordillere wie auch der mallorquinischen Gebirge ist die Kontinentaldrift, bei der sich die Afrikanische Platte seit mehr als 100 Millionen Jahren unter die Eurasische Platte schiebt (Subduktion).[2] Tektonische Bewegungen führten zu unterschiedlichen Hebungs- und Senkungszonen im jüngeren Tertiär, weshalb beim gegenwärtigen Meeresspiegelstand die Verbindung zum Festland abgerissen ist.
Die auf ganz Mallorca überwiegenden Kalkgesteine sind teilweise leicht wasserlöslich, was zur Verkarstung führte und im Bereich der Felsküsten starke Auskolkungen und Lösungsverwitterungsformen ergab. Neben Kalkstein kommt in den Gebirgsregionen Mallorcas, der Serra de Tramuntana und den Serres de Llevant, vor allem Dolomit vor. Daneben enthalten die Serres de Llevant auch Mergel, was für das östliche Inselgebirge eine schnellere Erosion bedeutet, so dass dieser Gebirgszug heute wesentlich niedriger ist, als die Serra de Tramuntana im Nordwesten. Mergel ist Kalkstein mit einem hohen Anteil von Tonmineralen. Das erodierte Material wurde ins Meer gespült oder lagerte sich im Inselinneren des Plà de Mallorca ab, helle Mergelerde im Nordosten der Insel sowie eisenhaltige Tonerde in der Mitte Mallorcas, was dem Boden seine charakteristische rötliche Färbung verleiht.[3]
Gebirge, Täler, Gewässer
Zwei Gebirgszüge rahmen die Insel ein, die weniger spektakulären Serres de Llevant im Osten und die bekannte, über weite Strecken nicht besiedelte Serra de Tramuntana im Nordwesten, in der die höchsten Berge der Insel, darunter zehn mit über 1000 Meter über Meereshöhe, liegen. In den Serres de Llevant befinden sich hingegen nur drei Gipfel über 500 Meter. Diese Höhe erreicht außerhalb der beiden Gebirgsketten nur der Puig de Randa mit 540 Meter im Es Plà in der Mitte der Insel
- Die höchsten Berge
-
Einwohner
Mallorca hat 813.729 gemeldete Einwohner (Stand: 2007), davon leben 383.107 in der Hauptstadt Palma. Die nächstgrößeren Gemeinden sind Calvià (47.934), Manacor (37.963), Llucmajor (33.222), Marratxi (31.120), Inca (28.306), Felanitx (17.443), Alcúdia (17.435), Pollença (16.570) und Sóller (13.194). Der Ausländeranteil an der Bevölkerung betrug im Jahr 2006 mit 129.403 Personen etwa 16,4 %, wovon 55.073 (7,0 % der Gesamtbevölkerung) EU-Bürger sind. Neben 21.953 Deutschen (2,78 %) waren 12.281 Briten (1,55 %), 6969 Italiener (0,88 %) und 6228 Franzosen (0,79 %) auf der Insel gemeldet. Größere Zuwanderergruppen aus außereuropäischen Ländern stammen aus Marokko, Argentinien und Ecuador. Die einheimische Bevölkerung wird Mallorquiner genannt.
Sprachen
Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt. Seit 1983 ist Katalanisch gleichberechtigte Amtssprache und mittlerweile sogar erste Sprache vor dem kastilischen Spanisch. In den touristischen Zentren der Insel wird größtenteils auch Deutsch gesprochen. Einige Gemeinden weisen mittlerweile auch einen hohen Anteil fremdsprachiger Einwohner auf. Die Gemeinden mit dem größten Anteil deutscher Einwanderer (gemeldeter Residenten) an der Gesamtbevölkerung sind Capdepera (14,7 %), Sant Llorenç des Cardassar (14,0 %), Andratx (11,9 %), Estellencs (10,8 %), Santanyí (9,4 %) und Deià (9,3 %).
Siehe auch: Sprachen auf Mallorca.
Verwaltung
Gebäude des Consell Insular
Lage der Gemeinden
Mallorca gehört zum Autonomiegebiet der Balearischen Inseln und wird von dessen Hauptstadt Palma aus vom Govern de les Illes Balears regiert. Die Insel Mallorca stellt zudem neben Menorca und Ibiza einen der drei Inselräte (Consell Insular). Die sechs Landschaftszonen Mallorcas bilden, mit Ausnahme der Stadtgemeinde Palma, keine Verwaltungseinheiten. Deren Grenzen stimmen aber mit den Gemeindegrenzen überein, wobei mehrere Gemeinden eine Landschaftszone bilden. Politisch ist die Insel in 53 Gemeinden mit Verwaltungssitz (municipis) gegliedert.
Frühgeschichte
Bis vor nicht allzu langer Zeit war das Meer der wichtigste Kommunikationsweg. Daher waren die ersten Bewohner Mallorcas in der Jungsteinzeit Völker aus dem Raum des mare internum, des Mittelmeeres. Man nimmt an, dass die ersten Menschen vor ungefähr 4000 Jahren v. Chr. von der Iberischen Halbinsel oder dem heutigen Südfrankreich aus die Inseln der Balearen besiedelten. Sie ließen sich in den zahlreichen natürlichen Höhlen an den Küsten nieder. Andere Quellen gehen auch von einer früheren Besiedlung ab etwa 6500 v. Chr. aus. Belegt sind erste menschliche Fundstücke wie Feuersteinspitzen, Knochensplitter und menschliche Überreste allerdings erst für den Zeitraum von 4000 bis 2000 v. Chr., gefunden in Ablagerungen der Höhlen von Muleta (Sóller) und Son Matge (Valldemossa). Man bezeichnet diesen Zeitraum auf Mallorca auch als Vorkeramische Zeit oder Archaikum.[5]
Aus der Zeit der Vor-Talaiotkultur ab 2000 v. Chr. werden die Fundgegenstände umfangreicher. Neben kleinen bearbeiteten Gegenständen aus Stein und Knochen bezeugen einfache und dekorierte Keramik sowie verschiedene Kupfer- und Bronzeutensilien eine Höherentwicklung der Kultur. Die Menschen legten artifizielle Höhlen an, wie in sa Marineta und Hospitalet Vell, die zumeist aber Begräbniszwecken dienten (Cova de Homonet auf Son Ribot, Mitjà de les Beies). Erst zwischen 1500 und 1300 v. Chr. wurden dickwandige Steinbauten mit hufeisenförmigem Grundriss, die Navetes, erbaut. Diese umgedrehten Schiffen ähnelnde Bauform ist die erste in Zyklopentechnik (Bautechnik mit sehr großen Steinquadern), einer in der Jungsteinzeit im gesamten Mittelmeer weit verbreiteten Bauweise. Da die Zyklopentechnik zuerst im östlichen Mittelmeerraum auftrat, nehmen einige Forscher für Mallorca deren Einführung durch Immigranten aus Korsika, Sardinien oder Malta an.
Talaiotikum
Die Talaiots sind die charakteristischsten Zyklopen-Bauten Mallorcas. Das Wort Talaiot oder kastilisch Talayot ist abgeleitet vom katalanischen Talaia für Beobachtungs- und Wachturm und gab dem gesamten Kulturzeitraum von 1300 v. Chr. bis zur Romanisierung ab 123 v. Chr. den Namem Talaiotikum. Es ist die nach einer Bauform benannte balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit. Talaiots sind Türme auf rundem oder quadratischem Grundriss mit Innenraum, manchmal mit einer Mittelsäule oder verschiedenen Stockwerken. Ihr Zweck ist bis heute nicht geklärt. Es wird vermutet, dass sie als Verteidigungs- oder Beobachtungstürme, Begräbnisstätten oder Wohnräume des Stammesoberhauptes genutzt wurden. Das Talaiotikum wird in vier Abschnitte unterteilt. Ab 1000 v. Chr. (Talaiotikum II) erhielten die zuvor einzeln stehenden Türme ummauerte Einfriedungen und die Verbreitung von Bronzewaffen nahm zu. Mit Beginn der Eisenzeit ab 800 v. Chr. (Talaiotikum III) erscheinen neue Bauformen im Inneren der Siedlungen (Hypostylos-Säle). Es bildete sich ein Stierkult aus und Feuerbestattungen wurden eingeführt.[5]
Nekropole von Son Real
Um das Jahr 654 v. Chr. gründeten die Karthager ihre Handelsniederlassung Ebusim (Ibes, griechisch: Ebusos, römisch: Ebusus) auf Ibiza. Nach vorangegangenen vereinzelten Kontakten mit phönizischen und griechischen Händlern kamen die Balearischen Inseln damit in den Machtbereich der aufstrebenden phönizischen Kolonie an der nordafrikanischen Küste nahe dem heutigen Tunis. Mit der damit verbundenen Öffnung nach außen nahm ab 500 v. Chr. (Talaiotikum IV) der Einfluss anderer mediterraner Kulturen auf Mallorca zu, was sich zum Beispiel in der Nachbildung punischer und römischer Keramikformen äußerte. Durch die Verbindung mit Karthago (Karchedon) wurden die Balearen in die drei punischen Kriege zwischen 264 und 146 v. Chr. gegen Rom hineingezogen. Im Heer der Karthager kämpften balearische Söldner, die von den Inseln rekrutierten Els Foners Balears (Steinschleuderer). Die Krieger müssen ihrer Kampftechnik wegen so bekannt gewesen sein, dass sich der Name Balearen (im Altertum Balearides) , abgeleitet vom griechischen Wort ballein (werfen) für Steinschleuderer, bis heute für die Inselgruppe erhalten hat. Der vordem gebräuchliche Name Gymnesische Inseln (Gymnesiae) ist fast völlig in Vergessenheit geraten.
Nekropole von Son Real
Um das Jahr 654 v. Chr. gründeten die Karthager ihre Handelsniederlassung Ebusim (Ibes, griechisch: Ebusos, römisch: Ebusus) auf Ibiza. Nach vorangegangenen vereinzelten Kontakten mit phönizischen und griechischen Händlern kamen die Balearischen Inseln damit in den Machtbereich der aufstrebenden phönizischen Kolonie an der nordafrikanischen Küste nahe dem heutigen Tunis. Mit der damit verbundenen Öffnung nach außen nahm ab 500 v. Chr. (Talaiotikum IV) der Einfluss anderer mediterraner Kulturen auf Mallorca zu, was sich zum Beispiel in der Nachbildung punischer und römischer Keramikformen äußerte. Durch die Verbindung mit Karthago (Karchedon) wurden die Balearen in die drei punischen Kriege zwischen 264 und 146 v. Chr. gegen Rom hineingezogen. Im Heer der Karthager kämpften balearische Söldner, die von den Inseln rekrutierten Els Foners Balears (Steinschleuderer). Die Krieger müssen ihrer Kampftechnik wegen so bekannt gewesen sein, dass sich der Name Balearen (im Altertum Balearides) , abgeleitet vom griechischen Wort ballein (werfen) für Steinschleuderer, bis heute für die Inselgruppe erhalten hat. Der vordem gebräuchliche Name Gymnesische Inseln (Gymnesiae) ist fast völlig in Vergessenheit geraten.
Die Talaiots sind die charakteristischsten Zyklopen-Bauten Mallorcas. Das Wort Talaiot oder kastilisch Talayot ist abgeleitet vom katalanischen Talaia für Beobachtungs- und Wachturm und gab dem gesamten Kulturzeitraum von 1300 v. Chr. bis zur Romanisierung ab 123 v. Chr. den Namem Talaiotikum. Es ist die nach einer Bauform benannte balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit. Talaiots sind Türme auf rundem oder quadratischem Grundriss mit Innenraum, manchmal mit einer Mittelsäule oder verschiedenen Stockwerken. Ihr Zweck ist bis heute nicht geklärt. Es wird vermutet, dass sie als Verteidigungs- oder Beobachtungstürme, Begräbnisstätten oder Wohnräume des Stammesoberhauptes genutzt wurden. Das Talaiotikum wird in vier Abschnitte unterteilt. Ab 1000 v. Chr. (Talaiotikum II) erhielten die zuvor einzeln stehenden Türme ummauerte Einfriedungen und die Verbreitung von Bronzewaffen nahm zu. Mit Beginn der Eisenzeit ab 800 v. Chr. (Talaiotikum III) erscheinen neue Bauformen im Inneren der Siedlungen (Hypostylos-Säle). Es bildete sich ein Stierkult aus und Feuerbestattungen wurden eingeführt.[5]
Neuzeit
Unter den Katholischen Königen war Mallorca selbständiger Teil der Krone von Aragón und später von Spanien, bis es Anfang des 18. Jahrhunderts seine Selbständigkeit verlor.
Erst mit der Wiedereinführung der Demokratie in Spanien sind die Balearen seit 1983 wieder ein autonomes Territorium, als das Autonomiestatut unterzeichnet wurde. Die Inseln bekamen eine autonome Regierung, und jede Insel einen eigenen administrativen Rat. War es den Mallorquiner unter Franco untersagt, sich in ihrer eigenen Sprache zu verständigen, so wurde das Mallorquin von nun an zur offiziellen Sprache.
Ereignisse
um 3500 v. Chr: Aus dieser Zeit stammen erste prähistorische Spuren.
um 1500 v. Chr: Die Talaiot-Kultur, die balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit beginnt. Die Talaiot-Kultur steht in Handelsbeziehungen mit den Phöniziern und Griechen.
123 v. Chr.: römische Invasion; Caecillius Metellus Balearicus gründet die Städte Pollentia (heute Alcúdia) und Palma (von lateinisch palma, Siegespalme).
534 n. Chr: Oströmische Truppen erobern Mallorca.
1229: Im Rahmen der Reconquista wird Mallorca von den aragonischen Truppen unter Jaume I. erobert.
1276: Jaume II. ruft das Königreich Mallorca aus.
1349: Pere IV. von Aragón vertreibt Jaume III. und in der Folge wird Mallorca aragonische Provinz. Bis zur Autonomie von 1983 wird die Insel vom Festland her regiert.
19. Jahrhundert: Anfang des Tourismus; berühmt ist der Aufenthalt des polnischen Komponisten Frédéric Chopin und der französischen Schriftstellerin George Sand (Ein Winter auf Mallorca) in Valldemossa.
1936: Im Spanischen Bürgerkrieg fällt Mallorca in den Machtbereich der Falange.
1960er-Jahre: Der Massentourismus setzt ein.
1978: Spanien wird parlamentarische Monarchie.
1983: Die Balearen werden autonome Region.
2009: Bei einem Bombenanschlag am 30. Juli wurden um 13:45 Uhr vor einer Polizeikaserne in Palmanova in der Gemeinde Calvià die beiden Polizisten der Guardia Civil Diego Salvà Lezaun (27 Jahre) und Carlos Sáenz de Tejada García (29 Jahre) getötet sowie weitere Menschen verletzt.[6][7] Der Anschlag wurde durch eine Haftbombe an einem Polizeifahrzeug verübt. Eine zweite Bombe konnte entdeckt und um 19:30 Uhr vor einem ehemaligen Gebäude der Guardia Civil kontrolliert gesprengt werden.[8][9] Daraufhin wurden für die Terrorfahndung Flughäfen und Häfen auf der Insel vorübergehend geschlossen.[10] Fast anderthalb Wochen nach dem Anschlag bekannte sich die baskische Terrororganisation ETA zu dem Anschlag.[11]
Am 9. August explodierten vier Sprengsätze in Palma, um 12:00 Uhr in der geschlossenen Cafetería Nica in der Innenstadt, um 14:25 Uhr in der Pizzeria La Rigoletta am Strand von Can Pere Antoni, um 16:03 Uhr im Café Enco am Strand von Portitxol und um 18:10 Uhr im Einkaufszentrum unter der Plaça Major im Zentrum der Stadt. Die Anschläge waren um 11:30 Uhr des Tages telefonisch angekündigt worden. Die Sprengsätze befanden sich sämtlich auf Damentoiletten. Bei den Anschlägen wurde niemand verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden.[12][13]
Frühgeschichtliche Ansiedlungen
Capocorb Vell (Gemeinde Llucmajor)
Necròpoli de Son Real (Östlich von Can Picafort, Gemeinde Santa Margalida)
Poblat Talaiòtic de S’Illot (S’Illot, Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar)
Poblat Talaiòtic de Son Fornés (Gemeinde Montuïri)
Sa Canova de Morell (Straße nach Colònia de Sant Pere, Gemeinde Artà)
Ses Païsses (Gemeinde Artà)
Ses Talaies de Can Jordi (Gemeinde Santanyí)
S’Hospitalet Vell (Straße nach Cales de Mallorca, Gemeinde Manacor)
Wirtschaft
Die Mallorquiner erwirtschaften eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Spaniens. Haupteinkommensquelle ist mit 75 Prozent der Dienstleistungsbereich Tourismus gefolgt von der Bauindustrie mit rund 10 Prozent. Fast drei Viertel der Insel sind landwirtschaftliche Nutzflächen. Die Landwirtschaft stellt 11 Prozent der Arbeitsplätze der Insel, trägt aber nur 2,5 Prozent zum Bruttonationaleinkommen bei.
Daneben sind Bergbau (vor allem Marmorabbau), Leichtindustrie (Leder, Keramik, Imitationsperlen, Glas) sowie Fischerei bedeutende Wirtschaftszweige.
Tourismus
Vergangenheit und Gegenwart
Der Tourismus bildet das Rückgrat der balearischen wie auch der mallorquinischen Wirtschaft. 1960 besuchten rund 360.000 Besucher die Insel, 1970 waren es bereits mehr als 2 Millionen. Im Jahr 2007 kamen rund 9,91 Millionen Touristen, von denen etwa 35,8 % (3,548 Millionen) Deutsche, 23,2 % (2,3 Millionen) Briten und 21,6 % (2,14 Millionen) Festlandsspanier waren. Damit liegt die Insel deutlich vor der zweitwichtigsten Touristenregion Spaniens, Katalonien. Schweizer und Österreicher bildeten mit 2,3 % (230.700) bzw. 1,5 % (146.564) ebenfalls keinen geringen Anteil an den Touristen auf Mallorca.[14]
Entwicklung des Tourismus
Der Flughafen Son Sant Joan fertigte 2007 rund 23 Millionen Fluggäste ab, wovon 9,9 Millionen auf die touristischen Besucher der Insel entfallen. Damit reisten gut 98 % der Mallorca-Touristen mit dem Flugzeug an, nur 203.000 kamen per Schiff auf die Insel. Insgesamt stehen den Gästen rund 286.400 gemeldete Hotelbetten in 1.600 Hotelanlagen zur Verfügung [15] (die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Betten wird nach Schätzungen mit rund 100.000 angenommen).
Die Mehrzahl der Touristen stammt aus Deutschland und Großbritannien. Geradezu zum Symbol für den deutschen Massentourismus, der jedoch weite Teile der Insel nicht berührt, ist der Ort S'Arenal geworden. Für den englischen Tourismus hat Magaluf eine ähnliche Bedeutung. Es gibt aber auch eine nicht geringe Zahl von Individualtouristen, die etwa in der Serra de Tramuntana wandern oder Rad fahren und etwa 35.000 ausländische Residenten, die sich auf Mallorca niedergelassen haben und sich zum Teil auch in die dortige Gesellschaft integrieren.
Cadena Dial (103,9 MHz)
Cope (99,2 MHz)
Europa FM (102,6 MHz)
Flaix FM (100,6 MHz)
IB3-Radio (Alcúdia/Andratx/Sóller 89,2 MHz, Calvià 92,7 MHz, Capdepera 96,4 MHz, Palma 106,8 MHz, Pollença 89,7 MHz)
Inselradio (95,8 MHz, deutsch)
Kiss (89,5 MHz)
Los 40 Principales (94,1 MHz)
M80 (Palma 102,3 MHz)
Maxima FM
Muro Radio (Muro 107,1 MHz)
Onda Melodia (95,1 MHz)
Radio Artà (Artà 107,9 MHz)
Radio Balear (Alcúdia 101,9 MHz, Inca 101,4 MHz, Palma 99,9 MHz)
Radio Calvià (Calvià 107,4 MHz)
Radio Clásica (Palma 87,9 MHz, Pollença 95,4 MHz)
Radio Diario (103,9 MHz)
Radio 3 (92,3 MHz)
Radio 3, Alfabia (Pollença 97,4 MHz)
Radio 5 Todo Noticias (Palma 104,5 MHz, Pollença 99,7 MHz)
Radio gaggi
Radio GlobalFM Mallorca (90,4 MHz)
Radio Jove
Radio Mallorca – Cadena Ser (103,2 MHz)
Ràdio Murta (Montuïri 88,4 oder 91,8 MHz)
Radio Nacional de España (90,1 MHz, Palma 93,2 MHz)
Radio Última Hora (98,9 MHz)
Kultur
Lange vor den Stränden haben sich die Besucher der Insel für die zahlreichen Denkmäler, bedeutenden Gebäude, Museen, Kunstgalerien und die Literatur Mallorcas interessiert. Aber nicht nur die Monumente und Sehenswürdigkeiten von Palma – die Kathedrale, das Schloss von Bellver, der Palacio Real, die Lonja, das Gran Hotel, das Museo de Mallorca, Patrizierhäuser wie Can Vivot, Can Oleza, Casal Solleric und etwa zwanzig Galerien für moderne Kunst-, sondern auch die Klöster, die Verteidigungstürme, Kirchen, Rathäuser und Museen der 52 anderen Städte Mallorcas bilden den architektonischen und künstlerischen Reichtum Mallorcas.
Die jährlich sich wiederholende Spielzeit der Oper, die Abonnementskonzerte des Sinfonieorchesters Ciutat de Palma oder das Programm Un invierno en Mallorca bereichern das kulturelle Leben in den Wintermonaten, und im Sommer sind es die Festivals für klassische Musik im Freien oder die Konzerte für moderne Musik, Jazz sowie Ballett-und Theateraufführungen.
Die öffentlichen Stiftungen tragen ihren Teil bei, Kunst zu verbreiten und sich an ihr zu erfreuen. Die Stiftungen Pilar und Joan Miró, la Caixa, Sa Nostra und March erweitern das Angebot an Ausstellungen, die regelmäßig in den staatlichen Ausstellungszentren Sa Llotja, Casal Solleric, Ses Voltes, Bellas Artes oder Casa de Cultura besichtigt werden können.
Die literarischen und pädagogischen Zyklen, die von oder Universität der Balearen zusammen mit privaten Institutionen durchgeführt werden, finden in den komfortablen und technisch gut ausgerüsteten Veranstaltungssälen in und außerhalb der Hauptstadt statt.
Sport und Freizeit
Als Insel ist Mallorca prädestiniert für Wassersport aller Art. Es gibt zahlreiche Segel-, Kanu-, Tauch-, Schwimm- und Wasserskikurse. Im Gebirge der Serra de Tramuntana werden unterschiedlichste Alpinsportarten ausgeübt, vor allem Bergwandern (Trekking), Mountainbiken und Klettern. Aufgrund des günstigen Klimas und der abwechslungsreichen Topographie ist der Radsport im Winter nicht nur bei Profi-, sondern zunehmend auch bei ambitionierten Hobbysportlern verbreitet.
Auf Mallorca gibt es 21 offentlich zugängliche Golfclubs (Golf Park Puntiró, Son Quint, Son Muntaner Golf, Son Vida Golf, Real Club Bendinat, Golf de Poniente, Golf Santa Ponca I, Golf de Andratx, Golf Son Termens, Golf de Pollenca, Club de Golf Alcanada, Golf Capdepera, Pula Golf, Canyamel Golf, Golf Son Servera, La Reserva Rotana Golf, Vall d`Or, Golf Maioris, Son Gual, Golf Son Antem West, Golf Son Antem Ost).
Mit 4 großen Tennisanlagen in Paguera, Son Vida, Santa Ponca und Portals Nous verfügt Mallorca über ideale Bedingungen für Tennisspieler.
Auf zwei Pferderennbahnen in Palma und Manacor werden an den Wochenenden Trabrennen ausgetragen. Palma verfügt über fünf Sportzentren und städtische Schwimmbäder wie das von Son Hugo, das aus Anlass der Universiade Palma 1999 eingeweiht wurde. Der Fußballclub Real Mallorca spielt in seinem Stadion Son Moix alle vierzehn Tage.
Als eine der intensivsten Ferien- und Freizeitregionen Europas bietet Mallorca beinahe alle klimabedingt möglichen In- und Outdoorsportarten an.
Häfen
Cala Figuera (Migjorn)
Mallorca verfügt über Insgesamt 43 Hafenanlagen mit 14.280 Liegeplätzen.
Cala Figuera (Fischereihafen, Yachthafen)
Cala Major (Sporthafen)
Can Picafort (Yachthafen)
Cala Rajada (Fischereihafen)
Colònia de Sant Jordi (Yachthafen, Fischereihafen)
Colònia de Sant Pere (Fischereihafen)
Palma (Seehafen, Yachthafen, Fischereihafen)
Portals Nous / Puerto Portals (Yachthafen)
Port d’Alcúdia (Yachthafen, Fischereihafen)
Port d’Andratx (Yachthafen, Fischereihafen)
Port de Pollença (Yachthafen, Fischereihafen)
Port de Sóller (Yachthafen, Fischereihafen)
Portocolom (Fischereihafen)
Porto Cristo (Fischereihafen)
Portopetro (Yachthafen, Fischereihafen)
S’Arenal (Yachthafen)
Klöster und Einsiedeleien
Santuari de Lluc
Ermita de Bonany (Petra, in 317 m Höhe)
Ermita de la Trinitat (Valldemossa, in 540 m Höhe)
Ermita de la Victòria (bei Alcúdia, in 400 m Höhe)
Ermita de Santa Magdalena (Inca, in 304 m Höhe)
Ermita de Sant Miquel (Montuiri, in 246 m Höhe)
Santuari de Cura (Puig de Randa, Algaida, in 540 m Höhe)
Santuari de Lluc (Escorca/Lluc in 550 m Höhe)
Santuari de Montision (Porreres, in 263 m Höhe)
Santuari de Sant Salvador (Felanitx, in 510 m Höhe)
Santuari des Puig de Maria (Pollença, in 333 m Höhe)
Sehenswürdigkeiten
Die Infrastruktur für den Tourismus in fast allen touristischen Zentren der Insel ist stark ausgebaut worden. Reisebüros organisieren Tagesausflüge, bei denen man unter anderem die Höhlen von Porto Cristo und Artà, die römischen Ruinen von Pollentia in Alcúdia, den Strand von Formentor, die Kartause von Valldemossa, den Hafen von Cala Figuera und die Inseln Dragonera und Cabrera besuchen kann.
Andere Möglichkeiten bieten Aquaparks, Auto-Safaris, Delphinarium, Anlagen mit exotischen Vögeln, historische Gärten, oder der Naturpark s’Albufera bei Alcúdia. Das Nachtleben zeigt sich in den touristischen Zentren von Palma und anderen Orten auf Mallorca an ganzen Straßen, wo sich Bars, Pubs und Diskotheken aneinanderreihen. Ein Spielcasino besteht 20 Kilometer von Palma entfernt.
Bucht von Sa Calobra
Ferrocarril de Sóller in Sóller
Das Cap Formentor (Panorama)
Botanicactus – Botanischer (Kakteen-) Garten in der Nähe von Ses Salines
Cabrera – Nationalpark auf der südlich vorgelagerten Insel
Cap Formentor – Nördlichster Punkt Mallorcas
Castell de Bellver – Festungsanlage in Palma
Castell d’Alaró – Burgruine in 825 Meter Höhe auf dem Puig d’Alaró bei Alaró
Castell del Rei – In 476 Meter Höhe bei Pollença
Castell de Capdepera – Innerhalb des Ortes Capdepera
Castell de Santueri – In 320 Meter Höhe bei Felanitx
Castell de sa Punta de n’Amer – Wehrturm zwischen Cala Millor und Sa Coma
Coves d’Artà – Höhlensystem in der Nähe von Artà bei Canyamel
Coves de Campanet – Höhle im Nordwesten zwischen Inca und Alcúdia
Coves del Drac – Tropfsteinhöhle mit großem unterirdischem See bei Porto Cristo
Coves dels Hams – Tropfsteinhöhle bei Porto Cristo
Coves de Gènova – Höhle nahe Palma
Es Baluard – Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Palma
Ferrocarril de Sóller – Eine historische Eisenbahn von Palma nach Sóller
La Granja – Weingut und Museum für mallorquinisches Leben
La Seu – Kathedrale von Palma
Santuari de Lluc – Kloster bei Escorca im Nordwesten
Ses Païsses – Talaiot-Siedlung bei Artà
Son Marroig – Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert zwischen Deià und Valldemossa
Torrent de Pareis – Sturzbach durch einen Canyon an der Nordwestküste bei Sa Calobra, nördlich Sóller
Literatur
Erzherzog Ludwig Salvator: Die Balearen. Geschildert in Wort und Bild. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig 1869 bis 1891 (neun Bücher); Verlag Leo Woerl, Würzburg/Leipzig 1897 (gekürzte Ausgabe, zwei Bände)
Heide Wetzel-Zollmann, Wolfgang Wetzel: Mallorca – Ein Streifzug durch die 6000jährige Geschichte der Mittelmeerinsel. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1991, ISBN 3-451-22311-2
Claudia Kaiser: Angebots- und Nachfragestruktur eines massentouristisch geprägten Urlaubsortes an der Ostküste Mallorcas. In: Hallesches Jahrbuch für Geowissenschaften, Halle (Saale) 2001, Band 23, Seiten 123-130
Thomas Schmitt: Ökologische Landschaftsanalyse und -bewertung in ausgewählten Raumeinheiten Mallorcas als Grundlage einer umweltverträglichen Tourismusentwicklung, Erdwissenschaftliche Forschung Band 37, Hrsg. Wilhelm Lauer, Mainz / Stuttgart 1999
Thomas Schmitt: „Qualitätstourismus“ – eine umweltverträgliche Alternative der touristischen Entwicklung auf Mallorca? In: Geographische Zeitschrift Nr. 88, Wiesbaden-Stuttgart 2000/2001
Thomas Schmitt: Mallorca: vom Quantitäts- zum Qualitätstourismus. Eine Entwicklung zu mehr Umweltverträglichkeit? In: HGG Journal Nr. 17, Heidelberg 2002, Seiten 107 - 124
Petra Schürgers: Lokale Tourismus-Systeme Mallorcas. In: Düsseldorfer Geographische Schriften Heft 40, Düsseldorf 2005
Axel Thorer: Mallorca – Lexikon der Inselgeheimnisse. Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-50006-4
Joan-Antoni Adrover i Mascaró: 600 Fragen zu Mallorca. Verlag Die Wiedehopf Reiseführer, Campos 2006, ISBN 84-611-0886-8
Cabrera („Ziegeninsel“) ist eine der kleineren zu Spanien gehörenden Balearischen Inseln. Sie befindet sich südlich von Mallorca im Mittelmeer und ist die kleinste bewohnte Insel der Autonomen Region der Balearen, dabei die größte Insel eines Mallorca vorgelagerten Felsinsel-Archipels. Verwaltungsmäßig gehört die Inselgruppe von Cabrera zur mallorquinischen Hauptstadt Palma.
Lage und Ausdehnung
Die Insel Cabrera hat eine maximale Nord-Süd-Ausdehnung von 5,53 Kilometern und eine Ost-West-Ausdehnung von 5,29 Kilometern. Ihre Fläche beträgt 15,69 km², die Länge der Küstenlinie 38 Kilometer. Der Cabrera-Archipel besteht aus 18 Inseln mit einer Gesamtfläche von 18,36 km² und einer Küstenlinie von 54 Kilometern. Außer Illa de Cabrera selbst gehören folgende Inseln zum Cabrera-Archipel:
Estel de Fora, Estel des Coll, Estel de s’Esclata Sang, Estels Xapats (zwei Inseln), Illa de l’Imperial, Illa des Conills, Illa de ses Bledes, Illa de ses Rates, Illa des Fonoll, L’Esponja, Na Foradada, Na Plana, Na Pobra, Na Redona, s’Illot de na Foradada und s’Illot Pla.
Der gesamte Archipel ist Nationalpark und praktisch unbewohnt, abgesehen von der Garnison und einigen wenigen zivilen Bewohnern. Geologisch gehört die Insel zu Mallorca, vor ca 15.000 Jahren wurde Cabrera von Mallorca abgetrennt. Administrativ ist die Insel ein Bestandteil von Palma. Sie liegt 13,6 Kilometer vor der Küste Mallorcas.
Landschaft
Das Landschaftsbild ist ziemlich felsig und verkarstet, wofür die wilden Ziegen verantwortlich waren, die mit ihrem Appetit auf frisches Grün jeden Baumwuchs im Keim erstickten. Sie wurden vor einigen Jahren von der Insel gebracht, weil die Gefahr bestand, dass sie alles Grün abgrasen.
Insgesamt ist die Insel relativ flach mit vielen felsigen Buchteinschnitten, darunter ein sehr großer, windgeschützter Naturhafen. Die höchste Erhebung ist 172 Meter hoch. Es gibt mehrere Höhlen, unter anderem die berühmte Cova Blava („Blaue Grotte“).
Im Jahr 1991 wurde der Archipel einschließlich des umliegenden Meeresgebietes zum Nationalpark erklärt. Seit dem 1. Juli 2008 besteht in Colònia de Sant Jordi, am Plaça Es Dolç, ein Besucherzentrum des Nationalparks Cabrera.
Buchten
vom Hafen aus im Uhrzeigersinn:
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Kaps
ebenfalls vom Hafen aus im Uhrzeigersinn:
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Höhlen
Cova Blava
Cova des Mastral
Cova des Amich
Geschichte
Kastell
Nach Phöniziern und Karthagern kannten auch die Römer die Insel und Plinius (ob der Jüngere oder Ältere ist ungeklärt) hat hier den Geburtsort von Hannibal vermutet. Einige Zeit gehörte sie mit den Balearen zum Byzantinischen Reich. Im 14. Jahrhundert, unter der Herrschaft der Krone Aragons, wurde über der Hauptbucht von Cabrera, einem tiefen und windgeschützten Naturhafen, eine Burg zum Schutz vor Piratenüberfällen errichtet.
Während des sogenannten Spanischen Unabhängigkeitskrieges von 1807 bis 1814 wurde auf der unbewohnten Insel ab 1809 eine Art Internierungslager für einen Teil jener französischen Gefangenen eingerichtet, die nach der Schlacht von Bailén im Jahr zuvor in spanische Hände gefallen waren. Von den insgesamt etwa 18.000 Gefangenen der Grande Armée wurden rund 12.000 auf die Insel verbracht. Ohne ausreichend Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung zu haben, starben dort zwischen 3.500 und 5.000 von ihnen.[1] Ein Denkmal in der Mitte der Insel erinnert heute an diese tragische und fast vergessene Episode der Inselgeschichte.
Im 19. Jahrhundert wurden die Leuchttürme der Insel errichtet und ein neuerlicher Besiedlungsversuch fand statt. Ein zu dieser Zeit durch die Familie Feliu erbauter Weinkeller dient heute als Raum für das Ethnografische Museum. Aufgrund der strategischen Lage wurden die Besitzungen auf Cabrera während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1916 enteignet und eine Garnison errichtet.[2] Diese besteht noch heute. Die Insel ist militärisches Sperrgebiet, so dass die Besichtigung mit Einschränkungen verbunden ist.
Sehenswürdigkeiten
Leuchtturm
Cova Blava (kastilisch Cueva Azul, „Blaue Grotte“), eine 160 Meter lange und 50 Meter breite Höhle, an der Nordseite der Cala Gandulf, die durch Reflexionen auf dem sandigen Grund blau schimmert. Die nur vom Meer aus zugängliche Grotte wird vom Ausflugsboot auf der Rückfahrt nach Mallorca angesteuert.
Festungsturm aus dem 14. Jahrhundert zum Schutz vor Seeräuberüberfällen
Denkmal von 1847 zur Erinnerung an die umgekommenen französischen Kriegsgefangenen von 1809 bis 1814
Seemannsfriedhof
Leuchtturm auf dem Punta de Anciola
Museum zur Geschichte der Insel
Besuch
Ausflugsboote (Golondrinas) ab Mallorca verkehren ganzjährig von Colònia de Sant Jordi (Dauer der Überfahrt: 30 Minuten) sowie von Porto Petro täglich vom 1. Mai bis zum 30. September (75 Minuten). Für den privaten Besuch per eigenem Boot ist eine kostenlose staatliche Genehmigung erforderlich, die Anzahl der Genehmigungen pro Tag ist auf 50 beschränkt. Es darf nur im winzigen Hafen geankert werden.
Private Boote dürfen nicht ankern, um den Meeresgrund in diesem Naturschutzgebiet nicht zu beschädigen. Festgemacht wird an den 50 fest verankerten Moorings (Tonnen). Der Aufenthalt ist befristet: 1 Nacht im Juli und August; 2 Nächte im Juni und September und bis zu 7 Nächte in der übrigen Zeit.
Der Haupttreffpunkt der Insel ist eine kleine Bar im Ort Es Port. Hier gibt es Kleinigkeiten zu essen und zu trinken, sowie vermutlich das einzige Telefon der Insel. Ein Auffüllen der Seglervorräte ist jedoch kaum oder gar nicht möglich.





